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Wo sind wir Vor 1986 Klybeckfest Ab 1990 Häuserkauf
Ende 1990 gewann die Entwicklung der Klybeckstrasse an Dynamik: die Schlosserei, welche das Hinterhaus Klybeckstrasse 247 als Werkstatt genutzt hatte, zog aus. Die Liegenschaftsverwaltung der Ciba-Geigy AG befand das Gebäude für baufällig und kündigte deshalb der Schreinerei, die das angrenzende Hinterhaus 245 als billiges Lager genutzt hatte. Mit der Zeit realisierten die AnwohnerInnen, dass die Gebäude abgerissen werden sollten. Sie gelangten schriftlich an die Ciba-Geigy AG und baten sie, aus Rücksicht auf die Wohnqualität von einem Abbruch abzusehen. Tatsächlich wären die Wohnhäuser „nackt“ auf dem Industriegelände gestanden, das Cachet der Hinterhöfe wäre verloren gegangen.
Es folgten zähe Verhandlungen mit der Ciba-Geigy AG, welche den bereits geplanten Parkplatz auf dem Gelände der Hinterhäuser um acht Stellplätze vergrössern wollte und dazu sogar noch einen Teil des Hinterhofes verbauen wollte. Der Maschendrahtzaun des Parkplatzes wäre drei Meter vor die Hinterfassade zu stehen gekommen...
Die Verhandlungen mit der Ciba-Geigy AG intensivierten sich im Sommer 1991, als bekannt wurde, dass die Chemiefirma die beliebte Gartenbeiz Platanenhof anlässlich der Kündigung des bisherigen Pächters schliessen und darin den Jugendtreffpunkt der BFA (Basler Freizeitaktion) einquartieren wollte, der seinen bisherigen Standort in der Stückfärberei aufgeben musste.
Gegen die Schliessung des Platanenhofs wurden im Quartier etwa 700 Unterschriften gesammelt. Die Presse wurde eingeladen, um den Protest der AnwohnerInnen gegen den Abriss der Hinterhäuser zu verbreiten und diese wurden symbolisch besetzt, indem neue Schlösser eingebaut wurden.
Diese Zeichen des Widerstandes bewegten die Ciba-Geigy AG dazu, auf die Anliegen der Quartierbevölkerung einzugehen und die heutige Nutzung zu ermöglichen:
- Der Platanenhof wurde renoviert, gewann dafür einen Preis des Basler Heimatschutzes und ist heute ein Quartierrestaurant mit ambitionierter Küche, welche Gäste aus der ganzen Stadt anzieht.
- Der BFA wurde das Haus Altrheinweg 38 vermietet. Sie eröffnete im 2006 ihren neuen Treffpunkt unter der Dreirosenbrücke.
- Die Hinterhäuser blieben erhalten und in einem baurechtähnlichen Vertrag an die in der IG Klybeck (IGK) zusammengeschlossenen AnwohnerInnen vermietet.
Seit 1991 beherbergen die Hinterhäuser den Filmclub „neues kino“, der jeweils donnerstags und freitags selten zu sehende Filme zeigt. Das „neue kino“ ist ein von der IGK unabhängiger Verein und richtete sich im grösseren Teil des Parterres der beiden Hinterhäuser ein.
Mitte der Neunzigerjahre beschloss die Ciba-Geigy AG, neun der zwölf Häuser umfassend zu sanieren, was hausweise und sehr schonend geschah. Dabei ging die Besitzerin weitgehend auf Wünsche der BewohnerInnen ein und legte Wert auf die Erhaltung der Substanz und nicht auf optische Verbesserungen, so dass den neun Häusern die gründliche Renovation kaum anzusehen ist.
Mit der Fusion von Ciba-Geigy AG und Sandoz AG zur Novartis AG und nach Abschluss der Renovationen kühlte sich das Verhältnis zwischen BewohnerInnen und Besitzerin etwas ab, blieb aber immer noch deutlich besser als vor den intensiven Kontakten in den Neunzigerjahren.
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